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Real Talk · Real Change · Real Good

Manifest · Berlin · Februar 2026← jollygoodpeople.org

I.

Irgendwer hat entschieden, dass die klügsten Köpfe dieser Branche ihre beste Arbeit für Hafermilch machen sollen. Für Sneaker-Drops. Für Banking-Apps, die „frech" sein wollen. Für den 47. Purpose-Spot eines Ölkonzerns.

Die brillantesten Texter schreiben Claims für Klopapier. Die besten Regisseure drehen Spots für Tiefkühlpizza. Die schärfsten Strategen optimieren Funnels für Fast Fashion.

Und irgendwo in Deutschland sitzt ein 14-Jähriger in seinem Zimmer und will nicht mehr leben. Und niemand findet die richtigen Worte.

Weil die richtigen Worte gerade damit beschäftigt sind, dir einen Mobilfunkvertrag zu verkaufen.

II.

Wir klauen der Werbeindustrie ihre beste Waffe — Kreativität — und richten sie auf die Dinge, die wirklich wehtun. Depression. Gewalt. Armut. Einsamkeit. Themen, an denen alle vorbeiscrollen. Themen, die zu „schwierig" sind für gute Werbung. Themen, die keine Agentur anfasst, weil kein Media-Budget dahintersteht.

Bis jetzt.

  • Das hier ist kein Charity-Projekt.
  • Das hier ist kein Feel-Good-Bullshit.
  • Das hier ist keine LinkedIn-Story mit Clapping-Emojis.

Das hier ist ein Überfall.

III.

Wir sind die Leute, die nachts um drei an einem Pitch arbeiten, der die Welt nicht braucht — und sich fragen, warum. Wir sind die Leute, die wissen, dass ein 30-Sekünder Leben verändern kann, wenn er nicht für Joghurt ist.

Wir sind die, die es leid sind, ihre Superkraft für Bullshit einzusetzen.

Jolly Good People.

Wir machen Werbung. Die Sorte, die man nicht skippen will. Die Sorte, die am nächsten Tag noch brennt. Die Sorte, nach der man kurz still ist.

Und dann handelt.


Die Werbeindustrie hat der Welt beigebracht, dass man alles verkaufen kann. Wir nehmen dieselbe Fähigkeit und richten sie auf das Einzige, das sich wirklich lohnt: die Wahrheit. Nicht die, die man gerne hört. Sondern die, die man hören muss.

Mit Liebe,

Jolly Good People

Berlin · Februar 2026

P.S.

Falls du bis hier gelesen hast, bist du wahrscheinlich einer von uns. Bewerbung dauert drei Sätze. Mehr brauchen wir nicht — und du auch nicht.


Anhang · Hausordnung

Zehn Regeln. Nicht verhandelbar. Ausgedruckt im Studio.

  1. 01

    STOCK KILLS.

    Ein echtes unscharfes Handyfoto ist uns lieber als das beste Stockbild der Welt.

  2. 02

    KEIN POVERTY PORN.

    Wir zeigen die Systeme, die versagen — nicht die Menschen, die darunter leiden.

  3. 03

    CANNES ODER TONNE.

    Eine mittelmäßige Pro-Bono-Kampagne ist schlimmer als keine. Sie bestätigt das Vorurteil. Fuck „ganz nett“.

  4. 04

    DAS THEMA IST DER HELD.

    Nicht der Art Director. Nicht die Agentur. Credits ja, Ego nein.

  5. 05

    SPRICH WIE EIN MENSCH.

    Wenn ein Satz auch in einem Fördermittelantrag stehen könnte — lösch ihn. Schreib ihn neu.

  6. 06

    UNBEQUEM IST KEIN BUG.

    Wenn sich niemand beschwert, haben wir den Job nicht gemacht. Polarisieren ist der Plan.

  7. 07

    PRO BONO ≠ PRO SCHLECHTER.

    Kein Kunde heißt nicht: weniger Anspruch. Heißt: mehr.

  8. 08

    EINE OFFENE TÜR.

    CD. Junior. Student. Freelancer. Rentner mit Photoshop-Skills. Frage: Ist die Arbeit gut?

  9. 09

    WIR SIND NICHT NEUTRAL.

    Kinderschutz ist keine Meinung. Mental Health ist kein Trend. Gleichberechtigung ist kein „Thema“. Grundrechte.

  10. 10

    REAL TALK. IMMER.

    Intern. Extern. Im Briefing. Im Feedback. In der Kampagne. Die Wahrheit ist manchmal unbequem. Sie ist immer besser.


Manifest gelesen. Du weißt jetzt mehr als die meisten.